Studie: Neuerungen haben es in der Automobilindustrie besonders schwer

Invensity Innovations-Report 2008: Momentan geben nur Preis- oder Konkurrenzdruck neuen Ideen eine echte Chance – Hybridmotor als Beispiel

Wiesbaden, 24. Juni 2008 – Die Automobilindustrie tut sich mit Neuerungen schwerer als andere Branchen. Das ist eines der Ergebnisse des aktuellen Innovations-Reports 2008 der Technologie-Beratungsgesellschaft Invensity.

Laut der innerhalb der Automobil-Branche durchgeführten Studie konstatiert eine Mehrheit der Experten zu wenig realistische Chancen für die Umsetzung von Innovationen in Serienproduktionen. Fast die Hälfte der Fachleute sieht den Weg für Neuerungen deutlich steiniger als in anderen Industriezweigen. Nur 26 Prozent glauben, Innovationen könnten in ihrer Branche leichter verwirklicht werden als anderswo.

„Ob eine Idee zur Innovation wird, hängt vor allem von Zuverlässigkeit und Kosten ab. Die hohen Anforderungen der Automobilindustrie an diese beiden Faktoren führen dazu, dass Innovationen nicht selten in den Kinderschuhen stecken bleiben“, erklärt Utz Täuber, Automobil-Experte bei Invensity.

Eine ernsthafte Chance haben Neuerungen laut des Innovations-Reports nur in zwei Fällen: Bei Preis- oder Konkurrenzdruck. Die Gewinnung neuer Märkte oder sich ändernde Kundenwünsche haben erstaunlicherweise weit weniger Einfluss.

„Ein Beispiel sind Hybridmotoren, die lange Zeit nur von japanischen Automobilherstellern zur Serienreife hin entwickelt wurden. Jetzt erst, nachdem die Machbarkeit der Hybridfahrzeuge nachgewiesen ist, versuchen europäische Hersteller dieses Neuland auch für sich nutzbar zu machen“, so Täuber.

In Sachen Hybrid trägt allerdings auch die Europäische Union (EU) zu Innovationen in der Branche bei. Laut des Invensity-Reports vermuten immerhin 38 Prozent der befragten Experten, dass Emissionsvorgaben der EU ein relevanter Antrieb für technische Neuerungen sind.