Wenn das Handy zum Elektro-Automobil wird: Unternehmen zeigen großes Interesse an der Idee eines Elektroauto-Simulators im Mobiltelefon

Der aktuelle Wandel im Automobilsektor von Benzin- zu Elektromotoren hat Einfluss auf verschiedenste Bereiche. Während Politik und Wirtschaft bereits für die neue Antriebstechnik werben, herrscht auf Seiten der Endkunden noch Skepsis. Insbesondere zur Reichweite, zum Fahrverhalten und zu den Lademöglichkeiten sind viele Fragen offen. Diesen nimmt sich nun eine Idee des Innovation Centers von Invensity an: Der E-Mobile-Simulator soll als Applikation auf Mobiltelefonen den Nutzer schrittweise an die neue Technologie heranführen. Er sammelt während den Fahrten in einem herkömmlichen PKW Daten und ermittelt, wie sich ein Elektrofahrzeug bei der jeweiligen Fahrweise des Autofahrers verhalten würde. Bei der Suche nach Entwicklungspartnern stößt die Wiesbadener Innovationsberatung Invensity aktuell auf großes Interesse in der Elektromobil-Branche.

Während sich Wirtschaft und Forschung noch auf die rein technologischen Möglichkeiten konzentrieren, hat sich Invensity Gedanken um die Anwender, die Autofahrer gemacht. Damit sich eine neue Technologie erfolgreich etabliert, braucht es den Rückhalt bei den Endkunden. Dieser ist momentan noch nicht festzustellen. Utz Täuber, Leiter des Innovation Centers bei Invensity, kennt das aus zahlreichen anderen Projekten: „Eine Idee kann auf dem Papier perfekt sein. Doch wenn sich niemand außerhalb der beteiligten Forschungsabteilungen dafür begeistert, wird die Markteinführung mühselig und nicht besonders erfolgreich sein. An dieser Stelle möchten wir mit dem E-Mobile-Simulator dafür sorgen, dass die Elektrotechnologie nicht an mangelndem Wissen und natürlichem Misstrauen bei den Autofahrern scheitert.“

Funktionsweise
Der E-Mobile-Simulator ist als mobile Anwendung auf dem Handy geplant. Beim Losfahren mit einem herkömmlichen, benzinbetriebenen PKW startet der Autofahrer die Anwendung. Der Simulator berechnet dann während der Fahrt, wie sich bei der individuellen Fahrweise der Verbrauch, die Betriebskosten, die Reichweite und die mögliche Beschleunig gestalten würden, wenn der Fahrer mit einem Elektro-Automobil unterwegs wäre. Die hierfür nötigen Rechendaten können mittels der integrierten Beschleunigungssensoren und der GPS Grunddaten erhoben werden. Auf diese Weise ist es möglich, unterschiedliche Elektromodelle miteinander zu vergleichen und das Ergebnis bei einer Kaufentscheidung mit zu berücksichtigen. Darüber hinaus kann der Simulator Informationen zu Lademöglichkeiten geben; zum Beispiel, ob an dem Ort, an dem ein Nachladen oder ein Batteriewechsel nötig wäre, auch eine entsprechende Ladestation vorhanden ist. Diese Werte ließen sich auch zur Optimierung der Infrastruktur nutzen. Zusätzlich können einzelne Fahrten am eigenen Computer zu Hause ausgewertet oder fiktive Reisen geplant werden, um das Verhalten eines Elektroautos genauer kennenzulernen. Denn die Verbraucher orientieren sich bei ihrer Entscheidung zur Elektromobilität nicht allein an technischen Dingen. Für sie ist es wichtig, ein Gefühl für das zukünftige Fahrzeug zu erhalten. So werden Ängste und Unsicherheiten dauerhaft abgebaut.

Weitere Schritte
„Unsere nächsten Schritte sehen vor, dass wir in Abstimmung mit Industrie und Verbrauchern die Anforderungen an einen E-Mobile-Simulator festlegen. Anschließend werden wir ein Systemkonzept inklusive möglicher Erweiterungen erarbeiten, bevor es an den Bau und den Test eines Prototypens geht“, erklärt Täuber. Langfristig wäre es auch vorstellbar, dass der E-Mobile-Simulator auf Daten zugreift, die bereits in den heutigen Automobilen von einer Vielzahl von Sensoren erhoben werden. Diese würden die Präzision und die Verlässlichkeit des Simulators noch zusätzlich erhöhen. Die Reaktionen aus den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in der Industrie sind derzeit durchweg positiv. Seit der Vorstellung der Idee „E-Mobile-Simulator“ auf dem 3. Projekttag des Network of Automotive Excellence in Düsseldorf steht Invensity in reger Diskussion mit Automobilunternehmen und Smart-Phone-Herstellern.