Probleme sind der Schlüssel zum Innovationserfolg

Neue Methode im Bereich der systematischen Innovation generiert Probleme um dann im Anschluss die Lösungen darauf zu finden

Probleme müssen erst geschaffen werden um zu ihrer Lösung zu gelangen. Diesem Leitsatz folgt eine neuartige Methode im Bereich der systematischen Innovation. Die sogenannte RGI (Requirements Guided Innovation) macht sich dabei die Tatsache zunutze, dass jeder hochwertige Innovation ein relevantes Problem zugrunde liegt. Daher ist die RGI als eine wirksame Innovationsmethode darauf ausgerichtet, eben diese lösenswerte Probleme zu generieren. Am Ende dieses Prozesses steht dann eine echte Innovation.

Über die Methode

Nach dem Prinzip der RGI -Methode ist die Generierung von Problemen der Schlüssel zum systematischen generieren von Innovationen. Die Methode stützt sich auf das Prinzip, dass jede gute Idee die Lösung für ein relevantes Problem darstellt. In der Regel werden Produkte entwickelt, um ein vorhandenes Bedürfnis zu befriedigen. Doch nicht immer ist das Grundproblem, worauf das Produkt eine Lösung bieten soll, direkt offensichtlich. „Gängige Innovationsmethoden sind reaktiv – sie lösen bestehende Probleme. Es fehlt eine proaktive Komponente welche es erlaubt, auch unter Innovationsdruck effektiv und effizient innovative Produkte zu realisieren“ so Volker Lippitz, Senior Consultant bei Invensity. Dabei setzt die anforderungsgesteuerte RGI Methode einen Schritt früher an, als gängige Methoden wie beispielsweise TRIZ. Die RGI-Methode nutzt die in einem Unternehmen vorhandene Wissensbasis, um nach einem vordefinierten Ablauf Probleme zu generieren, dessen Lösungen neue, innovative Produkte schaffen.

Vorgehensweise

Ein Produkt wird mit Hilfe eines Anforderungskataloges auf seine  Grundfunktionen reduziert. Diese werden im Anschluss so verändert, dass der Blick auf einen neuen Nutzen oder eine neue Funktionsmöglichkeit frei wird. Durch systematische Variation von Produktanforderungen kann der Nutzen verbessert werden. Damit verbunden ist das Entstehen eines Problems bzw. einer Herausforderung, welche anschließend  noch überwunden werden muss. An dieser Stelle helfen gängige Innovations-Methoden wie beispielsweise TRIZ oder das Brainstorming. Die RGI-Methode ist ohne aufwendige Einarbeitung anwendbar. Bei der Anwendung sind einfache Regeln zu beachten, insbesondere sorgt ein Relevanzfilter dafür, dass nur sinnvolle Variationen entstehen. Werden diese strikt befolgt, sind innerhalb kurzer Zeit mehrere gute und realisierbare Produktideen erreichbar.

Kreativität auf Knopfdruck ist passeé

Die RGI-Methode benötigt keine auf Knopfdruck verfügbare Kreativität. So hat ein Unternehmen möglicherweise die Herausforderung, dass die Ingenieure in den Entwicklungsabteilungen zwar fundiertes Fachwissen über die heute meist komplexen Produkte besitzen, ihnen jedoch der Blick über den Tellerrand eher schwer fällt. Kreativen Köpfen im Unternehmen dagegen mangelt es an fachspezifischen Informationen. Ein weiterer Aspekt ist, dass das finden einer guten Idee häufig gerade dann schwer fällt, wenn diese besonders dringend benötigt wird. Kreativität oder auch die berühmten Geistesblitze lassen sich nicht erzwingen. In einem direkten Vergleich zwischen der im Innovationsmanagement üblichen Brainstorming-Methode wurde mit der RGI-Methode ein besseres und qualitativ hochwertigeres Ergebnis erreicht.

Dipl.-Wirt.-Ing. Volker Lippitz ist Senior Consultant bei der Invensity GmbH und Leiter des Center of Excellence Systematic Innovation.