Ressourcenmanagement: Noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft

Umfrage zum Projektmanagement bei OEM und Tier 1/2 bringt Einblicke in den PM Alltag und zeigt Potenziale auf

In einer repräsentativen Umfrage wurden 35 Consultants der FA INVENSITY zu ihren Projektmanagement Erfahrungen bei Kundenprojekten befragt. Die Consultants haben Erfahrungen von 17 verschiedenen Kunden eingebracht, dabei wurden bei einigen Kunden mehrere Projekte durchgeführt. Unter den Kunden waren 13 Automotive Unternehmen (2 OEMs, 8 TIER 1 Supplier und 3 TIER 2 Supplier), weitere 3 Unternehmen waren aus dem Transportbereich und 1 Unternehmen aus dem Maschinenbausektor.

Die Ergebnisse der Umfragen zeigen in diversen kritischen Bereichen noch Optimierungsbedarfe auf.

Ein erster Punkt liegt in den Prozessen der Unternehmen. Zwar haben 82% der Kunden einen Produktentwicklungs-prozess, dieser wird aber nur in 61% der Projekte gelebt. 

In der Planung besteht ein weiterer Verbesserungspunkt, eine Detailplanung ist zwar nur bei 20% nicht vorhanden, allerdings fehlt bei 40% eine Abgleich der Pläne über verschiedenen Ebenen, wodurch insbesondere bei Änderungen in der Planung nicht gewährleistet ist, dass das gesamte Projektteam dies erfährt. Zudem ist bei knapp der Hälfte der Projekte kein Änderungsmanagement in der Planung etabliert und sogar bei 65% keine Soll/Ist Abweichung ersichtlich.

Ein großes Defizit liegt in der Ressourcenplanung. Hier sind es lediglich 20% der Projekte, die diese planen und nur 9 %, die ihre Planung kontrollieren und bei Bedarf anpassen.

Lessons learned werden ebenso nur in 35% berücksichtigt, dabei werden die Vorgängerprojekte in 20% nur einmalige im Rahmen des Kick off Meetings ohne Maßnahmenkatalog betrachtet. In nur 15% werden Maßnahmen definiert und verfolgt.

 

Ein von den Consultants am häufigsten genanntes Verbesserungspotential ist die Kommunikation innerhalb der Projekte. Auch wenn es teilweise sehr viele Meetings gibt, gehen viele wichtige Informationen unter oder werden nicht an die relevanten Ansprechpartner kommuniziert.

Was als positive Entwicklung im Bereich Projektmanagement wahrgenommen wird, ist die Professionalisierung der Projektleiter/Projektmanager und die Einführung von Projektmanagement Offices, die im Automotivebereich mittlerweile fast bei allen OEMs und TIER1 Zulieferern vorhanden sind.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es in den letzten Jahren einige Verbesserungen in Richtung Professionalisierung des PM Bereiches gab. Die steigende Projektkomplexität und damit verbundene Projektteamgröße, führen allerdings zu neuen Herausforderungen. Dabei zeigt sich, dass scheinbar das Ressourcenmanagment noch vernachlässigt wird. Dieses wiederum nimmt eine immer wichtigere Rolle in der Planung ein, bedingt durch die steigende Teamgröße.

INVENSITY bietet im CoE PM mit der AG Ressourcenmanagement individuelle Lösungen und Methoden zur Planung der Ressourcen an und konnte bereits einige Kunden unterstützen. So wurde in einem Organisationsberatungsprojekt das Ressourcenmanagement eines Bus OMEs erstellt. Es wurde eine Logik für ein parametrisches Schätzmodell entwickelt. Zudem wurde in Workshops mit der Entwicklungsleitung ein Lastenheft erstellt, welches in einem Excelprogramm umgesetzt wurde.

Bei einem der größten TIER1 Supplier für Automotive wurde ein Progress- und Ressource Management-Improvement durchgeführt. Hier wurde ein Progress und Ressource Management-System entwickelt und in die bestehende Prozess- und Tool-Landschaft integriert. Das System soll eine einheitliche Methodik zur Planung und Ausführung von Projekten über alle Gewerke bereitstellen, die verlässliche Schätzung quantitativer und qualitativer Ressourcen ermöglichen, den Projektfortschritt bzw. Restaufwand transparent machen und die cross-funktionale Zusammenarbeit verbessern.

In einem weiteren Projekt bei einem TIER 1 Supplier wurde im Rahmen der Einführung eines Project Management Office,  unter anderem ein Template zur Ermittlung der Ressourcenauslastung des Entwicklungsteams erstellt. Hierzu wurden Templates für ein fundiertes Work Load Planning (WLP) erarbeitet. In Workshops wurden die WLP Zahlen generiert.

Bei einem weiteren TIER 1, wurde eine Toolbewertung für Ressourcenmanagement im Multiprojektmanagement durchgeführt. Hierbei wurde eine Bewertung und Auswahl des am besten geeigneten Tools für die Entwicklungsabteilung hinsichtlich der vom Kunden gelieferten Kriterien erstellt.

INVENSITY konnte somit auf vielfältige Weise und den Wünschen der Kunden entsprechende Lösungen für das Ressourcenmanagement verwirklichen.